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Name des Begriffes: IT-Due Diligence
Beschreibungen des Begriffes:

IT-Due Diligence

Eine Due Diligence (DD) ist definiert als eine zielgerichtete Analyse und Bewertung des jeweiligen Objekts unter Teilnahme von unabhängigen Dritten (z.B. Wirtschaftsprüfer und externe Wirtschafts- bzw. Rechtsberater), um im Vorfeld einer geplanten Transaktion Informationen über den Kaufgegenstand zu erfahren. Due Diligences werden i.d.R. funktional durchgeführt, wobei zu den „klassischen“ Due Diligences die Legal-DD, die Commercial-DD, die Tax-DD und die HR-DD gehören da in diesen Bereichen allgemein die größten möglichen Risiken und entsprechend Werthebel für den Kaufpreis und die spätere PMI gesehen werden. 

Vor dem Vertragsabschluss zum Unternehmenskauf herrscht i.d.R. eine asymmetrische Informationsverteilung zwischen den Vertragspartnern. Hauptfunktion einer DD allgemein ist es somit, die Unvollkommenheit der Information über den Kaufgegenstand zu mindern und somit zu ermöglichen, dass: 
 

  1. Chancen und Risiken des geplanten Unternehmenskaufs bekannt sind, ein von beiden Vertragsparteien als fair empfundener Preis vereinbart wird und schließlich die identifizierten Risiken durch Regelungen im Kaufvertrag abgebildet werden
  2. Informationen für die folgende Post Merger Integration (PMI) ermittelt werden (hier IT-PMI)


Zu Punkt 1 ist anzumerken, dass im Extremfall die aufgezeigten Risiken im IT-Bereich bzw. die daraus entstehenden Risiken in anderen Bereichen dazu führen können, dass die Transaktion abgebrochen wird. Unabhängig davon, ob es sich um einen strategischen oder einen Finanzinvestor handelt, ist es Aufgabe der IT-DD zu erfahren, welchen Wertbeitrag die IT zu der Erreichung der Akquisitionsziele leisten kann. 
Idealerweise erfolgt die IT-DD in drei Phasen, wobei sich diese Phasen zeitlich überlagern können und ihre jeweilige Länge von der zur Verfügung stehenden Zeit und dem gewünschten Detaillierungsgrad der IT-DD abhängt. 
In Phase 1 der IT-DD steht die Schaffung von Transparenz im Vordergrund und es werden entlang zu definierender Analysefelder Daten gesammelt. Idealtypisch sind folgende 10 Analysefelder bei einer IT-Due Diligence zu betrachten: IT-Strategie/Governance, IT-Organisation, IT-Prozesse, IT-Infrastruktur, IT-Applikationen, IT-Mitarbeiter, IT-Projekte, IT-Synergien/Controlling, IT-Recht, IT-Sicherheit. 
Die Qualifizierung dieser Informationen mit einem Fokus auf evtl. Risikobereiche erfolgt in Phase 2. In Phase 3 werden dann die sich aus den Risiken ergebenen möglichen Kaufpreisminderungen und Implikationen für den Kaufvertrag ermittelt.

Typ des Begriff: definition
Sprache des Begriffs (2 Zeichen ISO Code): de
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