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Name des Begriffes: Screening
Beschreibungen des Begriffes:

Screening

Mit Screening wird im Zusammenhang mit M&A das Suchen und Identifizieren möglicher Akquisitionskandidaten (sog. Targets) beschrieben. In der Praxis werden dabei häufig projektgetriebene Modelle verfolgt. In diesem Fall wird nicht systematisch nach Deal-Möglichkeiten gesucht, sondern eher opportunistisch, d.h. sobald sich eine vermeintlich günstige Übernahmemöglichkeit ergibt, wird diese analysiert und dann ggf. eine Transaktion vorgenommen. Dem gegenüber steht der systematische Screening-Ansatz, der in einem permanenten Prozess potenzielle Deal-Kandidaten identifiziert und somit i.d.R. leistungsfähiger ist. Diese beiden Ansätze lassen sich folgendermaßen weiter beschreiben:



Projektansatz:
Vorteil des Projektansatzes ist, dass keine permanenten Kosten für die Durchführung des Screenings anfallen. Informationen zu möglichen Übernahmekandidaten stammen häufig aus dem Netzwerk des Top Managements des Kaufinteressenten bzw. von professionellen Firmenhändlern, Investmentbanken oder Private Equity Unternehmen. Diese liefern gezielt Informationen zu Kaufkandidaten inkl. einer Analyse und idealerweise Deal-Logik. Bei größeren Unternehmen ist es vielfach noch eine „politische“ Komponente, die ins Spiel kommt und die Deal-Logik determiniert. So sind häufig finanzielle öffentliche Zusagen Einflussfaktoren für eine Akquisitionsentscheidung. Wenn ein solcher Akquisitionskandidat auf diesem Weg in die „Pipeline“ kommt, erfolgt dann häufig erst recht spät eine Due Diligence bzw. es bleibt wenig Zeit zur Vorbereitung des Deals da dieser i.d.R. auch schon recht früh öffentlich wird. Problematisch bei dem Projektansatz für Screening ist, dass sich dieser regelmäßig nicht stringent aus der Unternehmensstrategie ableitet. Hierdurch ist ein großes Risiko vorhanden, dass die vermeintlich gute Kaufgelegenheit doch nicht zum Käufer passt und z.B. verfolgte Synergien nicht erzielt werden können. Auch andere Risiken wie z.B. ein mangelnder kultureller Fit oder eine kritische finanzielle Situation werden bei diesem projektgetriebenen Screening- und Akquisitionsprozess häufig nicht ausreichend betrachtet. Von Grosse-Hornke Private Consult wird deshalb empfohlen, den projektgetriebenen/opportunistischen Screening-Prozess um einen systematischen Screening-Ansatz zu ergänzen.



Systematischer Screeningansatz:
Ein systematischer Screening-Ansatz geht prinzipiell stark prozessual vor, d.h. es erfolgt ein systematisches Screening von z.B. speziellen Industrien oder aber von Megatrends, um Akquisitionskandidaten zu identifizieren. Dieses Screening kann entweder permanent stattfinden, was in der Praxis aber nur bei sehr großen Unternehmen/Konzernen zu beobachten ist, oder aber es werden wiederum bei Bedarf Screening-Projekte aufgesetzt, die i.d.R. 2-3 Monate laufen und meistens durch externe Berater unterstützt werden. Unabhängig davon, ob der systematische Screeningansatz permanent oder aber innerhalb eines Projektes verfolgt wird, ist die Vorgehensweise identisch. In einem ersten Schritt ist zu entscheiden, welcher Screening-Ansatz bzw. welcher Kombination von diesen gewählt wird. Dabei stehen fünf idealtypische Screening-Ansätze zur Auswahl: 1.) Analyse des Wettbewerbsumfeldes, 2.) Analyse von Megatrends, 3.) Analyse attraktiver Regionen, 4.) Screening von Marktopportunitäten, 5.) Industriescreening. Jeder dieser Screening-Ansätze ist mit individuellen Vor- und Nachteilen versehen, die vor dem Hintergrund der konkreten M&A-Strategie zu bewerten sind. So ermöglicht ein Industriescreening zwar die umfassende Analyse etablierter Industriezweige, vernachlässigt jedoch das Aufspüren neuer Geschäftsaktivitäten. Wenn ein Screening-Projekt durchgeführt wird, steht nach der Mobilisierung des Teams im ersten Arbeitsschritt das Identifizieren und Screening von potentiellen Akquisitionskandidaten an. In einem zweiten Prozessschritt werden dann die erfolgsträchtigen Kandidaten näher evaluiert und beschrieben. Wenn schlussendlich eine überschaubare Zahl von Akquisitionskandidaten identifiziert ist, wird in einem dritten Prozessschritt ein Plan zur Kontaktaufnahme mit dem Akquisitionsziel erstellt (Courtship Plan). Dieser Prozess mit drei Prozessschritten dauert selbst im Idealfall nicht weniger als acht Wochen und deshalb wird häufig parallel zum „regulären“ Screening-Prozess noch ein Fast-Track-Prozess zur schnellen Identifizierung sog. Fast-Track-Kandidaten gestartet. Diese Fast-Track Kandidaten sind häufig schon länger auf dem „Akquisitionsradar“ und es liegen bereits gute Informationen vor, die lediglich zu ergänzen sind. Der systematische Screening-Prozess ist aufwendig, doch für eine hohe Erfolgswahrscheinlichkeit der Übernahme unabdingbar.

Typ des Begriff: definition
Sprache des Begriffs (2 Zeichen ISO Code): de
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