Studienpreis Wirtschaftschemie: Agilität im Chemie-Einkauf

    Für seine Masterarbeit sah sich Niels Gerhard den Einkauf eines Chemieunternehmens genauer an: Wie agil arbeitet man dort schon – und wo ist noch Luft nach oben? Eine sehr gute Analyse, die wir in Kooperation mit der Uni Münster mit dem Studienpreis Wirtschaftschemie 2018 ausgezeichnet haben.

    Prof. Dr. Hans-Ulrich Humpf, Silke Grosse-Hornke, Niels Gerhard, Prof. Dr. Jens Leker (v.l.n.r.) Foto: Dr. Peter Dziemba

    Beim Stichwort „agiles Arbeiten“ denkt man meist an Projektarbeit, wie sie zum Beispiel im Produktdesign oder in der IT-Entwicklung alltäglich ist. Doch auch Konzernfunktionen wie der Einkauf profitieren, wenn Teams ihre Aufgaben flexibler und in kürzeren Intervallen bearbeiten. Welches Potenzial bietet Agilität im Chemie-Einkauf? Mit diesem Thema befasste sich Niels Gerhard in seiner Masterarbeit an der Universität Münster.

    Mitarbeiter sind teils ungleich ausgelastet

    In einer Fallstudie nahm er die Einkaufsorganisation eines großen deutschen Chemieunternehmens unter die Lupe. Der Student befragte interne Fachleute, wie sie die Agilität des Einkaufs einschätzen und welche Herausforderungen sie auf diesem Gebiet sehen. Unter anderem zeigte sich, dass Mitarbeiter streckenweise ungleich ausgelastet sind, da sich die Aufgaben häufig ändern. Niels Gerhard interviewte zusätzlich mehrere externe Wissenschaftler. Am Ende seiner Arbeit stellte er Optionen vor, wie das Chemie-Unternehmen seine Organisation agiler gestalten könnte.

    Für diese praxisrelevante, sehr schlüssig formulierte Abschlussarbeit hat Niels Gerhard Ende November den diesjährigen Münsteraner Studienpreis Wirtschaftschemie erhalten. Grosse-Hornke vergibt die mit 1.000 Euro dotierte Auszeichnung seit 2012 gemeinsam mit dem Institut für betriebswirtschaftliches Management im Fachbereich Chemie und Pharmazie der Universität Münster.