Kreativtechniken

Booster fürs Brainstorming

In der Gruppe entstehen die besseren Ideen. Doch manchmal sprudeln die Einfälle nicht wie gewünscht. Diese drei Brainstorming-Varianten helfen, Blockaden zu lösen und Denkroutinen zu durchbrechen.

Antennen auf Empfang: Zufallstechnik

Ein Pudel im Regen. Quietschende Reifen. Der Geruch von gemähtem Gras. Solche zufälligen Beobachtungen und Sinneseindrücke können zu originellen Ideen anregen. Bringen Sie zu Ihrem Brainstorming Inspirationsmaterial mit, das mit Ihrem Thema vordergründig nichts zu tun hat – etwa Urlaubsfotos, Zeitschriften oder Kinderspielzeug. Oder Sie laden Ihre Kollegen zu einem Brainwalking ein: Nachdem Sie das Problem vorgestellt haben, gehen die Teilnehmer einzeln spazieren und lassen das Geschehen in der Umgebung auf sich wirken. Unterwegs notieren sie ihre Ideen, die anschließend in der Gruppe diskutiert werden. Vielleicht führt der Anblick des begossenen Pudels ja zu der Eingebung, dass das Unternehmen seinen Mitarbeitern während Dienstreisen Tiersitter spendieren könnte, um als Arbeitgeber attraktiver zu werden.

 

Azubi befördert Chef: Kopfstandtechnik

Diese Methode hat nichts mit Yoga zu tun. Vielmehr dreht die Kopfstandtechnik Ihre Ausgangsfrage um. Statt zu diskutieren, wie Führungskräfte ihre Mitarbeiter motivieren können, denken Sie einfach mal darüber nach, wie es umgekehrt wäre. Mitarbeiter könnten ihre Führungskraft pünktlich in den Feierabend schicken, sie regelmäßig loben, gemeinsame Mittagessen planen oder sie beim Vorstand für eine höhere Position empfehlen. Neben abenteuerlichen Ideen können so auch neue Verbesserungsvorschläge entstehen, die sich auf das eigentliche Problem anwenden lassen. Diese Technik eignet sich besonders dafür, verfestigte Denkweisen aufzulockern. Beispielsweise in Teamworkshops, in denen Mitarbeiter und Vorgesetzte über ihr Rollenverständnis reflektieren.

 

Geistesblitz-Konserve: Collective Notebook

Starke Ideen kommen oft nicht im Meeting zustande, sondern erst später, wenn man sich nicht mehr bewusst mit dem Thema beschäftigt. Collective Notebook ist eine Spielart des Brainwritings, die den Beteiligten mehr Zeit gibt. In der klassischen Variante bekommt jeder ein Notizbuch. Über einen festgelegten Zeitraum hinweg halten die Teilnehmer darin alles fest, was ihnen zum beschrieben Problem in den Sinn kommt. Sämtliche Beiträge werden in einem Workshop gefiltert, die besten davon weiterentwickelt. Wenn Sie Notizbücher altmodisch finden, können Sie auch ein Ideenforum im Intranet einrichten oder eine Chatgruppe, zu der jeder via Smartphone seine Einfälle beisteuern kann.