Vernunft contra Impuls

Entscheidungsfallen erkennen

Beim Shopping fällt die Wahl oft aus dem Bauch heraus. Und auch im Management kommen Entscheidungen nicht immer rational zustande. Wir stellen Ihnen Handlungsmuster vor, die leicht in eine Entscheidungsfalle führen können.

Angst-Starre

Risikoscheu ist ein kapitaler Wettbewerbsnachteil. Manager, die es mit den Szenarien-Diskussionen übertreiben und Entscheidungen verschleppen, haben dafür meist einen konkreten Grund: eine Unternehmenskultur, die jeden Fehler mit einem Karriere-Malus bestraft. Wer sich mutigere Führungskräfte wünscht, sollte mit Fehlern differenzierter umgehen.

Schnellschuss

Manche Entscheidungen gleichen einer spontanen Wette. Übereilte Aktionen ohne solide Risikoanalyse können sehr teuer werden. Unternehmen sollten ihren Managern genug Zeit einräumen und klare Entscheidungsprozesse festlegen, an denen alle relevanten Fachbereiche mitwirken, um Risiken einzugrenzen.

Strategie-Nostalgie

Von alten Wegen abzuweichen fällt schwer, ganz besonders, wenn eine Firma kräftig darin investiert hat. Gute Manager sind sich bewusst, dass die Kosten der Vergangenheit nicht entscheidungsrelevant für die Zukunft sind („sunk cost“). Oft geschieht dies jedoch nicht oder erst spät. Gruppendenken auf Führungsebene gibt bewährten Rezepten den Vorzug. Oder die Entscheider fürchten, durch einen Kurswechsel das Gesicht zu verlieren. Der Blick nach vorn fällt leichter, wenn das Unternehmen die Mitarbeiter ermutigt, den Status quo zu hinterfragen.

Info-Filter

Jede Entscheidung beruht darauf, wie Manager die gegebenen Optionen wahrnehmen. Und das ist nicht immer rational. Psychologen haben zum Beispiel beobachtet, dass bei einem komplexen Thema die erstgenannte Information oft überbewertet wird („Anchoring“). Auch vorgefertigte Urteile spielen eine Rolle: Fakten, die nicht ins Schema passen, werden ausgeblendet. Führungskräfte sollten sich solche Tendenzen bewusst machen.

Letzter Schrei

Bei einigen Entscheidungen fällt das jüngste Ereignis mehr ins Gewicht als Dinge, die zuvor geschehen sind. Ist beispielsweise eine Veranstaltung insgesamt gut verlaufen, bleibt sie positiv im Kopf. War der Schluss jedoch nicht harmonisch, kommt es vor, dass man diesem Ereignis übermäßige Bedeutung beimisst – eventuell wird das Management in Zukunft von ähnlichen Veranstaltungen absehen. Wann immer das letzte Ereignis aus dem Rahmen fällt: Es sollte nicht größer gemacht werden, als es tatsächlich ist.

10 psychologische Entscheidungsfallen: Hier finden Sie unsere Übersicht zum
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