Buchtipp

Mehr erreichen – mit weniger Aufwand

Wer komplexe Projekte steuert, muss Aufgaben klar priorisieren. Zu diesem Thema gibt es viele Ratgeber. Einer unserer Favoriten ist „The ONE Thing”. Die Autoren plädieren dafür, sich bei großen Vorhaben auf eine Sache zu fokussieren.

Außergewöhnlicher Erfolg hat einen überraschend simplen Grund: Fokus. So lautet die Kernthese des Buchs „The ONE Thing” von Gary Keller und Jay Papasan. Wahre Überflieger haben die Fähigkeit, wichtige Sachverhalte von unwichtigen zu unterscheiden. Sie investieren möglichst viel Kraft in Aktivitäten, die tatsächlich auch viel bewirken. Ob bewusst oder nicht – sie wenden dabei das sogenannte Pareto-Prinzip an, benannt nach dem Ökonomen Vilfredo Pareto (1848-1923). Er hatte Folgendes beobachtet: Typischerweise erzielen Menschen mit nur 20 Prozent ihrer Arbeit rund 80 Prozent des wirtschaftlichen Ergebnisses.

Offenbar haben die meisten Geschäftshandlungen nur geringen Einfluss auf den Erfolg. Auf der anderen Seite gibt es Dinge, die sehr viel Gewicht haben. Wie hilft diese Erkenntnis uns nun, erfolgreicher zu werden? Keller und Papasan geben eine radikale Empfehlung: 

Finden Sie die eine Sache, die für Ihren Erfolg die höchste Relevanz hat. Für dieses Thema sollten Sie die meiste Zeit und den Löwenanteil Ihrer Ressourcen verwenden. So können Sie mit einem insgesamt geringeren Aufwand schlussendlich mehr erreichen.

Nach Exzellenz streben statt durchwursteln

Diese Philosophie in die Tat umzusetzen dürfte die eigentliche Herausforderung sein. Manchem mag das auf den ersten Blick sogar unmöglich scheinen. Denn bestimmte Arbeiten müssen einfach getan werden, egal wie unproduktiv sie in einem bestimmten Moment sein mögen – denken wir nur an Administration oder an Informationsmeetings. In großen Projekten, in denen mehrere Verantwortliche den Ton angeben, kommt möglicherweise hinzu, dass man sich nur ungern auf eine einzelne Priorität festlegen möchte. Das mag in vielen Fällen zutreffen. Dennoch ist es immer besser, einen Fokus zu suchen, als sich durch Projekte durchzuwursteln. Wir finden die Philosophie der „einen Sache“ enorm hilfreich für unsere Beraterpraxis – unter den folgenden Aspekten:

  • Diszipliniertes Projektmanagement: Das Konzept von „The ONE thing” erinnert uns daran, auf klaren Prioritäten zu bestehen, etwa wenn ein Projekt überkomplex zu werden droht. Wir streben mit unseren Klienten nach Exzellenz und ziehen uns nicht auf eine Philosophie des “gut ist gut genug” zurück.

  • Selbstmanagement: Das Konzept hilft auch dabei, alltägliche Aufgaben zu strukturieren. Um unproduktives Multi-Tasking zu vermeiden, ist es ratsam, sich zu fragen: Was ist die wichtigste Aufgabe für mich diese Woche, heute oder jetzt gerade? Worauf sollte ich mich während meiner produktivsten Arbeitszeit konzentrieren, zum Beispiel am Morgen? Ein praktischer Tipp aus dem Buch lautet, zirka vier Stunden täglich für die „eine Sache” zu reservieren.

  • Mitarbeiterentwicklung: Man kann das Konzept auch mit der Idee des strengths development verbinden. Das bedeutet, sich von der Illusion zu verabschieden, dass jeder alles kann. Denn als Allrounder erzielt man in der Regel nur durchschnittliche Resultate. Erhält man jedoch die Chance, seine persönlichen Stärken zu entfalten – sein „Ding“ zu machen – kann man es mit den Besten aufnehmen. 

Wenn Sie mehr über „The ONE Thing“ erfahren möchten, finden Sie weitere Informationen auf der Verlagswebsite.